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J+S bewegt die Gemüter
Der Andwiler CVP-Kantonsrat Peter Boppart hat eine Interpellation «Sport im Alter ohne Jugend und Sport» eingereicht region. Im September wurde es ruchbar: Der Kanton streicht die Stelle des Abteilungsleiters Jugend+ Sport. Das weckt bei Vereinen Ängste. Und das rief den Andwiler CVP-Kantonsrat Peter Boppart auf den Plan. Er hat im Kantonsrat eine Interpellation eingereicht.
Peter Boppart ist konsterniert ob der Nachricht, dass die Stelle des Jugend+Sport-Leiters ersatzlos gestrichen wird. Er hat unter dem Titel «Sport im Alter ohne Jugend und Sport» eine Interpellation eingereicht. Er steht nicht allein da. Innerhalb eines knappen halben Tages fand Boppart 91 Mitunterzeichnende.
Sport in jedem Alter
In Bopparts Interpellation heisst es unter anderem: «Während im Kanton St. Gallen eine Kommission ins Leben gerufen wurde, die unter dem Titel ‹Aktiv 50+› ein Konzept im Bereich Erwachsenen- und Seniorensport erarbeitet, ist dem ‹Tagblatt› vom 11. September zu entnehmen, dass die Stelle für ‹Jugend und Sport› ersatzlos gestrichen wird.» Für Boppart ist aber klar: «Dem Sport im Alter muss der Sport in der Jugend vorausgehen.» Was Sportfachleute aus der Region beschäftigt, ist die Frage: Wie geht es weiter bei Jugend+ Sport? Richi Stolz vom VBC Andwil-Arnegg ist ein Mann, der sich seit vielen Jahren für die Sportförderung einsetzt und dafür im Jahr 2002 von der IG Sport Gossau als Sportförderer des Jahres geehrt wurde. Er sagt: «Ruedi Steuri, der J+S-Abteilungsleiter, hat sehr gute Arbeit geleistet.» Ähnliches sagt Norbert Thaler, Präsident von IG Sport Gossau: «Steuri war bei den Vereinen äusserst beliebt. Er hat die Anliegen der Vereine kompetent aufgenommen und behandelt.» Und der Waldkircher René Trost, Leiter Jugendsport bei der Sportunion Ostschweiz, sagt: «Es wird ein Mann fehlen, der viel gemacht hat.»
J+S-Beiträge fliessen weiter
In den Vereinen gibts aber auch Befürchtungen finanzieller Art, gehen Ängste um, dass J+S-Gelder gestrichen werden könnten. Norbert Thaler hat sich erkundigt und sagt: «Die J+S-Beiträge an Vereine sind von der Umstrukturierung nicht betroffen.» Diese Nachricht dürfte die Vereine beruhigen, «denn würden keine Jugend+Sport-Gelder mehr fliessen, hätte das existenzielle Folgen für die Vereine», sagt Norbert Thaler. Auch Richi Stolz, der J+S als «klar unser grösster Sponsor» bezeichnet, dürfte sich freuen, denn «ohne finanzielle Unterstützung von J+S müsste der Jahresbeitrag um etwa das Vierfache erhöht werden», mutmasst er. Heute bezahlt ein Jugendlicher im VBC einen Jahresbeitrag von 80 Franken. Man rechne.
Und die Ausbildung?
In seiner Interpellation schreibt Boppart unter anderem, dass durch den verloren gegangenen Service des Amtes «den ehrenamtlichen Leiterinnen und Leitern für Sport mehr Arbeit zugemutet wird. Befürchten die Sportvereine nicht zu Recht, dass sich noch weniger (oder im schlimmsten Falle gar keine) jungen Leute mehr zu Leiterinnen und Leitern ausbilden lassen und sich den Vereinen und damit auch der Gesellschaft ehrenamtlich zur Verfügung stellen?». Damit spricht er den Sportfachleuten aus dem Herzen. Auch René Trost fragt sich, wie es weitergehen wird mit der Aus- und Weiterbildung der J+S-Leiterinnen und -Leiter. «Wir befürchten, dass diese weniger gut betreut werden.» Er sei nicht glücklich über die Entwicklung. «Es wird Einbussen geben.» Aber noch sei alles offen, gibt er sich trotzdem vorsichtig zuversichtlich. Und Richi Stolz sagt: «In unserem Verein hat es sicher 20 J+S-Leiter. Sie sind sehr aktiv, geben wöchentlich Training.» Jetzt frage er sich, wie es weiter geht mit der Leiterausbildung. Stolz erinnert an den Bundesbeschluss aus dem Jahr 1972 betreffend die Förderung von Turnen und Sport. Und er sagt: «Wir sind daran interessiert, dass es so weitergeht oder eher noch ausgebaut wird.» wörtlich
Ist mit Einbussen zu rechnen?
Ist die Regierung der Ansicht, Sport nicht mehr besonders wichtig nehmen zu müssen, obwohl dieser alle Altersgruppen und Bevölkerungsschichten betrifft? Wie lässt sich ein Stellenabbau im J+S-Bereich begründen, wenn gleichzeitig wichtige Projekte wie «Aktiv 50+» und «aktive Kindheit» vorangetrieben werden sollen? Ist die Anerkennung der Leiterinnen und Leiter mit ihrer freiwilligen, ehrenamtlichen Arbeit durch die Politik und damit auch durch die St. Galler Regierung blosses Lippenbekenntnis? Macht es Sinn, ohne entsprechend guten Unterbau (Jugend und Sport) Projekte wie «Aktiv 50+» weiterzuführen? Welche Projekte, Leistungen und Arbeiten können wegen des Stellenabbaus im Amt für Sport nicht mehr weiter betreut oder verfolgt werden? Mit welchen Qualitätseinbussen ist zu rechnen und wie werden diese nach aussen kommuniziert?
Aus der Interpellation «Sport im Alter» ohne «Jugend und Sport» des Andwiler CVP-Kantonsrates Peter Boppart
QUELLE: ST.GALLER TAGBLATT
VON: marianne bargagna

